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"Was bringt die sechsstufige Realschule für Schüler, Eltern, Lehrer, Schulen und Kommunen?" Diese Frage als Hauptthema beim sechsten "Veldener Treff" des SPD-Ortsvereins Velden-Hartenstein fand nach informativem Vortrag von Volksschulrektor Hermann Liebel und ausgiebiger Diskussion unter den über 20 Versammlungsteilnehmern zusammengefasst in den zwei Begriffen "erhöhter Druck" und "mehr Geldaufwand" eine Antwort.
Auslese und Leistungsdruck bei Eltern, Lehrern und Schülern der Grundschule, Mehrkosten bei Gemeinden und Staat hätte die Einführung der sechsstufigen Realschule zur Folge, Bildungsvorteile dagegen sah man keine. Aus lokaler Sicht wurde jedoch der Befürchtung widersprochen, Veldens Hauptschulstandort wäre gefährdet.
Rektor Liebel wie auch Bürgermeister Herbert Begert hegten keine Zweifel an der weiteren Existenz der Veldener Hauptschule, in die erst neuerdings durch die Schaffung modern ausgestatteter Fachräume zwei Millionen Mark investiert worden sind. Auf Dauer allerdings könnte Velden nicht mehr eigenständig, sondern in Verzahnung mit der Schule Neuhaus geführt werden, mit der schon jetzt aus naheliegenden Grinden ein Schüleraustausch unter Fachgruppen erfolgt.
In einem von SPD-Ortsvereinsvorsitzenden Karl-Heinz Aschenbrenner vorgelegten Papier zeigten acht Punkte die negativen Auswirkungen bei einer Einführung der sechsstufigen Realschule auf, die durch die recht anschaulichen Darlegungen aus der Volksschulpraxis von Rektor Liebel größtenteils unterstrichen wurden: Durch die Vorbereitung des Übertritts in Realschule oder Gymnasium schon in der vierten Klasse verstärke sich der Leistungsdruck auf die Kinder, ebenso würden Eltern und Lehrer "sehr sehr gefordert, vielleicht auch
überfordert".
Die Grundschule würde weniger Zeit für Begabungsentwicklung, individuelle Förderung, Differenzierung, praktisches Lernen oder Freiarbeit haben, der Druck der Eltern auf die Lehrer werde sich noch weiter erhöhen (sogar das Wort "Erpressung" ist gefallen).
Bedenken wurden auch geäußert,
dass die Hauptschulen zu "Restschulen" verkommen würden, die
Hauptschüler das Gefühl bekämen, "es nicht geschafft" zu
haben und es für sie noch schwerer werde als es ohnehin schon sei,
einen Ausbildungsplatz zu finden. Bei den sogenannten "M-Zügen",
geplanter Übertritt von der 6. Klasse Hauptschule ab, sei noch vieles
in der Schwebe, die F10 (Freiwillige zehnte Klasse) dagegen bezeichnete
der Rektor der Volksschule Velden-Hartenstein-Vorra als einen guten Weg
zum Erwerb des "Mittleren Bildungsabschlusses", der von
hiesigen Schulabgängern schon mehrfach erfolgreich beschritten worden
sei.
Elternbeiratsvorsitzender
Johannes, Leibold zollte den "ohne Polemik gemachten Ausführungen"
von Rektor Liebel hohes Lob, seine sachlichen Informationen seien
hinsichtlich des von der Bayern-SPD unterstützten Volksbegehrens
"Die bessere Schulreform" des BLLV und BEV hilfreich gewesen.
Er selbst hielt eine schon im zehnten Lebensjahr zu treffende
Entscheidung für den endgültigen Bildungsweg als "größte.
Katastrophe". Dazu wurden bezeichnende Beispiele gegeben über
verschiedenartige Entwicklungssprünge von Schülern, die man bei
manchen Heranwachsenden auch noch in der 7. oder 8. Klasse beobachten könne.
Ein weiteres Argument
gegen die Einführung der sechsstufigen Realschule war der Kostenfaktor;
denn nach neuesten, auch vom Kultusministerium bestätigten Schätzungen
brauche man statt der ursprünglich genannten 65 Millionen Mark nun mehr
als zwei Milliarden, nicht zuletzt, weil zusätzlich bis zu 1300 neue
Realschullehrerstellen geschaffen werden müssten. "Diese Mittel
ließen sich gewinnbringender in die bessere Ausstattung vorhandener
Schulen und damit langfristig in eine bessere Ausbildung unserer Kinder
investieren", war der allgemeine Tenor.
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