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Stadtrat Velden plant derzeit nur unter Vorbehalt (HZ 15.3.10)


Die derzeitige prekäre Finanzlage der Kommune kam bei den Beratungen des Stadtrats über verschiedene Investitionen immer wieder zur Sprache. So können der Bauabschnitt 2 „Hinter´m Mühltor“ bzw. der Erwerb eines neuen FW-Fahrzeuges nur dann realisiert werden, wenn diese Ausgabeposten in den heutigen Haushalt bzw. den der nächsten Jahre untergebracht werden können. Zustimmung des Gremiums fanden die Entlastungen der Jahresrechnungen für die Haushaltsjahre 2002 bis 2008, die Vergabe für die Herstellung eines Geländers im „Felsenweg“ sowie die Meldungen für den Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“.

Die Entwurfsplanung für den 2. Bauabschnitt „Hinter´m Mühltor“ waren bereits in der Februarsitzung ausführlich diskutiert worden (HZ berichtete). Die seitens des Stadtrates gewünschten Änderungen und Verbesserungen hatte das Ingenieurbüro mittlerweile eingearbeitet. So wird eine Grünfläche abgerundet, der Unterbau im Kurvenbereich für den Schwerlastverkehr verstärkt und ein ebenerdiger Zugang zu einem Privatanwesen geschaffen. Weitere kleinere Änderungen können noch während der Bauausführung berücksichtigt werden.

Zur Bauzeitplanung gebe es aber zwei Probleme, so Bürgermeister Herbert Seitz. Zum einen werde die Zeit knapp, die Maßnahme wie geplant in den Monaten Mai und Juni durchzuführen (Ausschreibungsfristen usw.). Schwieriger sei es jedoch, die Maßnahme im heurigen Haushalt unterzubringen, da man deutlich geringere Einnahmen erwarten müsse. Deshalb schlage er vor, die Arbeiten erst dann zu vergeben, wenn der Haushalt durch das Landratsamt genehmigt worden sei. Wenn von Lauf das „OK“ komme und die 60-prozentige Förderung stehe, könne man nach dem Backofenfest im August mit der Baumaßnahme beginnen.

Das gesamte Gremium stimmte diesem Vorschlag zu. Die Lebensgemeinschaft Münzinghof e.V. erhält als Billigstbieter den Auftrag, ein ca. zwölf Meter langes Geländer in der Straße „Felsenweg“ zu fertigen und zu montieren; Kostenpunkt ca. 1600 Euro. Nachdem sie beim letzten Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft – Unser Dorf soll schöner werden“ mit sehr guten Ergebnissen abgeschnitten haben, werden die Gemeindeteile Münzinghof (1. Platz), Viehhofen und der Hauptort Velden (2. Platz) erneut gemeldet. Ausführlich erläuterte Bürgermeister Seitz die zukünftige Behandlung der Oberflächenwasser in den Gemeindeteilen Viehhofen und Henneberg.

Die wasserrechtliche Genehmigung für die Einleitungsstellen sei abgelaufen. Deshalb müssten das Wasserrecht neu beantragt und dem Wasserwirtschaftsamt die Fläche gemeldet werden, in denen das Oberflächenwasser – von öffentlichem bzw. Privatgrund – versickert. In Henneberg sei dies unproblematisch, da dort ein Versickerungsteich vorhanden sei. Anders die Lage in Viehhofen. Die Einleitung eines Teils der Oberflächenwasser in einen Sickerschacht sei nicht mehr zulässig. Bei starken Regenfällen bzw. großer Schneeschmelze komme es zu Unterspülungen oder Überlauf.

Deshalb sei ein Graben erforderlich, der das Wasser in den Talgrund ableite. Dort könne es großflächig versickern. Für die Herstellung dieses Grabens bzw. für die Ausbesserung schadhafter Oberflächenkanäle im Ort seien größere Investitionen erforderlich. Aufgrund der finanziellen Lage sei aber die Stadt gezwungen, die Kosten anteilig auf diejenigen Bürger umzulegen, die Oberflächenwasser einleiten würden. Zur Ermittlung der genauen Kosten, die zur Erstellung einer Satzung benötigt werden, wurde ein Ingenieurbüro eingeschaltet. Der Stadtrat stimmte dieser Vorgehensweise zu. Das Löschgruppenfahrzeug (LF 8) ist mittlerweile 38 Jahre alt und konnte nur durch aufwändige Reparaturen und Eigenleistungen der Wehr nochmals für zwei Jahre die TÜV-Prüfung bestehen. Kommandant Roland Gentsch beantragte deshalb die Beschaffung eines neuen LF 10.

Seitz ergänzte, zur Gewährleistung eines optimalen Brandschutzes sei der Antrag rasch umzusetzen. Allerdings sehe er Probleme, die Anschaffungskosten in Höhe von ca. 160 000 bis 170 000 Euro (nach Abzug der Zuschüsse und Wiederverwendung des Rettungssatzes) im kommenden Haushalt unterzubringen. Eine endgültige Entscheidung werde deshalb erst nach Aufstellung des Haushaltsplans bzw. des Finanzplans für die Jahre 2011 bis 2013 fallen. Evtl. finde man im Laufe des Jahres für die hohen Kosten auch Sponsoren, so die abschließende Anregung einiger Stadträte.

 VON SIEGFRIED FUCHS