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Zu den diesjährigen Bürgerversammlungen
hatte die Stadt Velden in die Musikhalle, nach Raitenberg und
nach Viehhofen eingeladen. Bürgermeister Herbert Seitz ging in
seinem rund einstündigen Vortrag schwerpunktmäßig auf die heuer
und im letzten Jahr abgeschlossenen bzw. derzeit noch laufenden
Projekte ein. In ruhig verlaufenden Diskussionen brachten die
Anwesenden verschiedene Alltagsprobleme zur Sprache.
Bildlich
bestens unterstützt von einer Power-Point-Präsentation zeigte er
die einzelnen baulichen Maßnahmen auf: Neben der momentan
laufenden energetischen Sanierung wurden im
Hauptschulgebäude der Heizkessel erneuert, der Pausenhof samt
neuer Auffahrt gestaltet und in der Turnhalle Duschen und
Umkleideräume renoviert. Mit neuer Filteranlage, Schallschutz,
neuen Fenstern, Fliesen und Steuerung wurde das Hallenbad rundum
saniert. Weitere Baumaßnahmen waren der Abschluss des
Bauabschnitts I – Straßenraumgestaltung „Hinterm Mühltor“, die
Gerätehalle am Bauhof, der Platz hinter dem Friedhof sowie die
Instandsetzung des Wanderwegs in Richtung „Wasserleite“.
Der
Ortsteil Pfaffenhofen wurde kanalisiert und an das Kanalnetz
angeschlossen, in diesem Zusammenhang wurden dort die
Ortsstraßen saniert. Ausgebessert wurde zudem das Straßenstück
Viehhofen – Eichenstruth. Im Veldener Neubaugebiet selbst wurden
die Straßen „Schlehenweg“ und „Jöhstädter Straße“ fertiggestellt,
die Straße „Felsenweg“ ausgebaut und das Baugebiet
„Buchenstraße“ erschlossen. Für die Freiwillige Feuerwehr Velden
und für den Bauhof („Orange-Mobil“) wurden Mehrzweckfahrzeuge
angeschafft.
Besonders lobte der Bürgermeister Eltern und Elternbeirat des
Kindergartens, die dank zusätzlicher Spenden den Schlafraum,
Nebenräume und eine Natursteinmauer nahezu kostenneutral
renoviert und eingerichtet haben. In diesem Zusammenhang verwies
er nochmals auf die Einführung der Hausaufgabenbetreuung. Diese
Kinder bekämen zudem ein warmes Mittagessen und würden von
geschultem Personal unterstützt. Insgesamt liege der
Anstellungsschlüssel beim Kindergartenpersonal mit derzeit 10,11
deutlich unter den geforderten 11,5 gebuchten Stunden von
Kindern pro Personaleinheit. Dieser Schlüssel, der sich durch
Neuzugänge, Umbuchungen und Fehlzeiten des Personals ständig
ändere, bedeute für die Stadt einen enormen Verwaltungsaufwand.
Der
voraussichtlich schon im kommenden Schuljahr einzuführende
Schulverbund wird den Altlandkreis mit über 500 Schülern
umfassen und sich dann Mittelschule nennen. Diese Schulart soll
eine stärkere berufliche Orientierung durch die Einführung von
Technik-, Wirtschafts- und sozialen Zweigen bekommen. Die
Schüler würden dann weiterhin an vier Tagen in ihre bisherige
Schule gehen, erläuterte Herbert Seitz, und nur an einem Tag zu
der Schule fahren, die den von ihnen gewählten Zweig anbieten
werde. In der neuen Mittelschule werde zudem eine
Ganztagsbetreuung eingerichtet.
Ein
abschließender Blick galt den gegenwärtigen Projekten: Der
Ausbau der Straße „Felsenweg“ wird Ende November mit der Teerung
abgeschlossen. Auch die energetische Sanierung der Hauptschule
kann bis auf wenige Kleinigkeiten beendet werden, die
Fluchttreppen Richtung Plecher Straße werden noch heuer gesetzt.
Die Erschließung des Baugebiets „Buchenstraße“ wird 2010
fortgesetzt. Größter finanzieller „Brocken“ für kommendes Jahr
dürfte der Bauabschnitt II „Hinterm Mühltor“ werden.
Zuversicht zeigte der Bürgermeister, dass noch heuer ein Vertrag
für ein schnelleres Internet (Down-Load-Geschwindigkeit von
mindestens 6000 bis 16 000 kBit/sec.) zumindest für den Hauptort
unterzeichnet werden kann. Zudem werde demnächst ein
interaktiver Stadtplan im Internet zu finden sein, bei dem man
mit einem Mausklick die Sehenswürdigkeiten der Stadt sowie alle
Ortsteile, aber auch Gewerbetreibende, die sich finanziell am
Projekt beteiligt haben, aufrufen könne.
Leider
habe, so der Redner abschließend, die Finanzkrise mit mehreren
Insolvenzen auch die Stadt Velden erreicht. Er hoffe aber auf
baldige Lösungen, wie es in einigen Fällen schon geschehen sei.
Auch das Thema Nahversorgungszentrum sei noch nicht vom Tisch.
Gespräche mit Investoren würden derzeit noch laufen.
Nach
einem Dank vor allem an die vielen ehrenamtlichen Kräfte, die
mit ihren zahlreichen Aktivitäten für ein lebendiges Gemeinwesen
sorgen würden, kam es zu verschiedenen Wortmeldungen der
Anwesenden. Angesprochen wurden u.a. der schwache Wasserdruck
(Gespräch mit der „Riegelstein-Gruppe“ notwendig), die überhand
nehmende Zahl von Wildenten an der Pegnitz („eine echte Plage“),
der Lückenschluss beim Fahrradweg zwischen Güntersthal und
Velden, verschiedene Felsfreilegungen, mögliche Überwachung der
30-km/h-Zonen und die Behinderung durch parkende Fahrzeuge in
schmalen Straßenzügen.
VELDEN in
ZAHLEN
Zur
Veldener Bürgerversammlung gab es auch viele aktuelle Daten:
Danach
hatte die Stadt – Stichtag 1. November – 1977 Einwohner (mit
Haupt- und Nebenwohnsitz).
In den
einzelnen Gemeindeteilen zählten Velden-Ort 1505, Gerhelm 10,
Henneberg 33, Immendorf 9, Münzinghof 137, Pfaffenhofen 61,
Raitenberg 125 und Viehhofen 97 Mitbürger und Mitbürgerrinnen.
Die Einwohnerzahl ist laut Statistik seit Jahren leicht
rückläufig, im Jahre 2005 waren es noch insgesamt 2016
Einwohner. Die ältesten Einwohner sind Gustav Linke (Jahrgang
1911) und Charlotte Franck (Jahrgang 1914). Fast 67 Prozent der
Veldener gehören der evang.-luth. Kirche an., knapp 17 Prozent
sind röm.-kath. Glaubens. 3,5 Prozent besitzen eine ausländische
Staatsangehörigkeit.
Bei
einer Gemeindefläche von 21,33 Quadratkilometern liegt die
Bevölkerungsdichte bei 92,69 Einwohner/Quadratkilometer.
Zwölf
Geburten stehen heuer 13 Sterbefälle gegenüber, 69 Zuzügen 78
Wegzüge. Im Städtischen Kindergarten werden derzeit insgesamt 77
Kinder betreut, davon 14 unter drei Jahre und neun
Grundschulkinder am Nachmittag für die Hausaufgabenbetreuung.
Die Hauptschule in Velden besuchen 127 Schülerinnen und Schüler
aus dem VG-Gebiet und aus Neuhaus, nur noch die 7. Klasse ist
zweizügig. Im
Verwaltungshaushalt 2009 sind 2 289 000 Euro vorgesehen., im
Vermögenshaushalt 1 400 000 Euro.
Auf wichtige Einzelposten
eingehend, nannte Herbert Seitz bei den Einnahmen Lohn- und
Einkommensteueranteil mit 805 000 Euro, Schlüsselzuweisung 361
000 Euro, Gewerbesteuer 120 000 Euro (Rückgang gegenüber 2008 um
349 000 Euro!), Kanalbenutzungsgebühren 187 000 Euro und
Kindergarten (Elternbeiträge, Zuweisungen) 180 000 Euro.
Dem
gegenüber sind die hauptsächlichen Ausgaben Kreisumlage 542 000
Euro, VG-Umlage 197 000 Euro, Schulaufwandsumlage 183 000 Euro
sowie Zins und Tilgung 291 000 Euro. Zur Deckung muss ein Kredit
von 185 000 Euro aufgenommen werden.
VON
SIEGFRIED FUCHS
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