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Bürgermeister Herbert Seitz informierte anschaulich über die baulichen Maßnahmen (HZ 21.11.09)

 

Zu den diesjährigen Bürgerversammlungen hatte die Stadt Velden in die Musikhalle, nach Raitenberg und nach Viehhofen eingeladen. Bürgermeister Herbert Seitz ging in seinem rund einstündigen Vortrag schwerpunktmäßig auf die heuer und im letzten Jahr abgeschlossenen bzw. derzeit noch laufenden Projekte ein. In ruhig verlaufenden Diskussionen brachten die Anwesenden verschiedene Alltagsprobleme zur Sprache.

 Bildlich bestens unterstützt von einer Power-Point-Präsentation zeigte er die einzelnen baulichen Maßnahmen auf: Neben der momentan laufenden energetischen Sanierung  wurden im Hauptschulgebäude der Heizkessel erneuert, der Pausenhof samt neuer Auffahrt gestaltet und in der Turnhalle Duschen und Umkleideräume renoviert. Mit neuer Filteranlage, Schallschutz, neuen Fenstern, Fliesen und Steuerung wurde das Hallenbad rundum saniert. Weitere Baumaßnahmen waren der Abschluss des Bauabschnitts I – Straßenraumgestaltung „Hinterm Mühltor“, die Gerätehalle am Bauhof, der Platz hinter dem Friedhof sowie die Instandsetzung des Wanderwegs in Richtung „Wasserleite“.

Der Ortsteil Pfaffenhofen wurde kanalisiert und an das Kanalnetz angeschlossen, in diesem Zusammenhang wurden dort die Ortsstraßen saniert. Ausgebessert wurde zudem das Straßenstück Viehhofen – Eichenstruth. Im Veldener Neubaugebiet selbst wurden die Straßen „Schlehenweg“ und „Jöhstädter Straße“ fertiggestellt, die Straße „Felsenweg“ ausgebaut und das Baugebiet „Buchenstraße“ erschlossen. Für die Freiwillige Feuerwehr Velden und für den Bauhof („Orange-Mobil“) wurden Mehrzweckfahrzeuge angeschafft. 

Besonders lobte der Bürgermeister Eltern und Elternbeirat des Kindergartens, die dank zusätzlicher Spenden den Schlafraum, Nebenräume und eine Natursteinmauer nahezu kostenneutral renoviert und eingerichtet haben. In diesem Zusammenhang verwies er nochmals auf die Einführung der Hausaufgabenbetreuung. Diese Kinder bekämen zudem ein warmes Mittagessen und würden von geschultem Personal unterstützt. Insgesamt liege der Anstellungsschlüssel beim Kindergartenpersonal mit derzeit 10,11 deutlich unter den geforderten 11,5 gebuchten Stunden von Kindern pro Personaleinheit. Dieser Schlüssel, der sich durch Neuzugänge, Umbuchungen und Fehlzeiten des Personals ständig ändere, bedeute für die Stadt einen enormen Verwaltungsaufwand.

Der voraussichtlich schon im kommenden Schuljahr einzuführende Schulverbund wird den Altlandkreis mit über 500 Schülern umfassen und sich dann Mittelschule nennen. Diese Schulart soll eine stärkere berufliche Orientierung durch die Einführung von Technik-, Wirtschafts- und sozialen Zweigen bekommen. Die Schüler würden dann weiterhin an vier Tagen in ihre bisherige Schule gehen, erläuterte Herbert Seitz, und nur an einem Tag zu der Schule fahren, die den von ihnen gewählten Zweig anbieten werde. In der neuen Mittelschule werde zudem eine Ganztagsbetreuung eingerichtet.

Ein abschließender Blick galt den gegenwärtigen Projekten: Der Ausbau der Straße „Felsenweg“ wird Ende November mit der Teerung abgeschlossen. Auch die energetische Sanierung der Hauptschule kann bis auf wenige Kleinigkeiten beendet werden, die Fluchttreppen Richtung Plecher Straße werden noch heuer gesetzt. Die Erschließung des Baugebiets „Buchenstraße“ wird 2010 fortgesetzt. Größter finanzieller „Brocken“ für kommendes Jahr dürfte der Bauabschnitt II „Hinterm Mühltor“ werden.

Zuversicht zeigte der Bürgermeister, dass noch heuer ein Vertrag für ein schnelleres Internet (Down-Load-Geschwindigkeit von mindestens 6000 bis 16 000 kBit/sec.) zumindest für den Hauptort unterzeichnet werden kann. Zudem werde demnächst ein interaktiver Stadtplan im Internet zu finden sein, bei dem man mit einem Mausklick die Sehenswürdigkeiten der Stadt sowie alle Ortsteile, aber auch Gewerbetreibende, die sich finanziell am Projekt beteiligt haben, aufrufen könne.

Leider habe, so der Redner abschließend, die Finanzkrise mit mehreren Insolvenzen auch die Stadt Velden erreicht. Er hoffe aber auf baldige Lösungen, wie es in einigen Fällen schon geschehen sei. Auch das Thema Nahversorgungszentrum sei noch nicht vom Tisch. Gespräche mit Investoren würden derzeit noch laufen.

Nach einem Dank vor allem an die vielen ehrenamtlichen Kräfte, die mit ihren zahlreichen Aktivitäten für ein lebendiges Gemeinwesen sorgen würden, kam es zu verschiedenen Wortmeldungen der Anwesenden. Angesprochen wurden u.a. der schwache Wasserdruck (Gespräch mit der „Riegelstein-Gruppe“ notwendig), die überhand nehmende Zahl von Wildenten an der Pegnitz („eine echte Plage“), der Lückenschluss beim Fahrradweg zwischen Güntersthal und Velden, verschiedene Felsfreilegungen, mögliche Überwachung der 30-km/h-Zonen und die Behinderung durch parkende Fahrzeuge in schmalen Straßenzügen.

                                                                                             

VELDEN in ZAHLEN 

Zur Veldener Bürgerversammlung gab es auch viele aktuelle Daten: 

Danach hatte die Stadt – Stichtag 1. November – 1977 Einwohner (mit Haupt- und Nebenwohnsitz).

In den einzelnen Gemeindeteilen zählten Velden-Ort 1505, Gerhelm 10, Henneberg 33, Immendorf 9, Münzinghof 137, Pfaffenhofen 61, Raitenberg 125 und Viehhofen 97 Mitbürger und Mitbürgerrinnen. Die Einwohnerzahl ist laut Statistik seit Jahren leicht rückläufig, im Jahre 2005 waren es noch insgesamt 2016 Einwohner. Die ältesten Einwohner sind Gustav Linke (Jahrgang 1911) und Charlotte Franck (Jahrgang 1914). Fast 67 Prozent der Veldener gehören der evang.-luth. Kirche an., knapp 17 Prozent sind röm.-kath. Glaubens. 3,5 Prozent besitzen eine ausländische Staatsangehörigkeit.

Bei einer Gemeindefläche von 21,33 Quadratkilometern liegt die Bevölkerungsdichte bei 92,69 Einwohner/Quadratkilometer.  

Zwölf Geburten stehen heuer 13 Sterbefälle gegenüber, 69 Zuzügen 78 Wegzüge. Im Städtischen Kindergarten werden derzeit insgesamt 77 Kinder betreut, davon 14 unter drei Jahre und neun Grundschulkinder am Nachmittag für die Hausaufgabenbetreuung. Die Hauptschule in Velden besuchen 127 Schülerinnen und Schüler aus dem VG-Gebiet und aus Neuhaus, nur noch die 7. Klasse ist zweizügig. Im Verwaltungshaushalt 2009 sind 2 289 000 Euro vorgesehen., im Vermögenshaushalt 1 400 000 Euro.

Auf wichtige Einzelposten eingehend, nannte Herbert Seitz bei den Einnahmen Lohn- und Einkommensteueranteil mit 805 000 Euro, Schlüsselzuweisung 361 000 Euro, Gewerbesteuer 120 000 Euro (Rückgang gegenüber 2008 um 349 000 Euro!), Kanalbenutzungsgebühren 187 000 Euro und Kindergarten (Elternbeiträge, Zuweisungen) 180 000 Euro.

Dem gegenüber sind die hauptsächlichen Ausgaben Kreisumlage 542 000 Euro, VG-Umlage 197 000 Euro, Schulaufwandsumlage 183 000 Euro sowie Zins und Tilgung 291 000 Euro. Zur Deckung muss ein Kredit von 185 000 Euro aufgenommen werden.  

 VON SIEGFRIED FUCHS