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Hoffnungsschimmer für Ecka Granulate: Das Insolvenzverfahren ist
eröffnet, der Insolvenzverwalter zählt ein Dutzend ernsthafter
Interessenten an dem weltweit tätigen Metallpulverhersteller und
ist guten Mutes. Dazu hat Siegfried Beck anscheinend allen
Grund: Die Produktion von Ecka konnte fortgeführt werden, der
Massekredit blieb unangetastet und im kommenden Monat sollen
Löhne und Gehälter aus dem laufenden Betrieb erwirtschaftet
werden.
In den betroffenen Unternehmensteilen — Ecka Holding,
Verwaltungs- und Buntmetall GmbH in Fürth, sowie BE
Zinkgranulate und Ecka Granulate in Velden — seien bisher noch
keine Entlassungen oder Freistellungen erforderlich gewesen,
heißt es in einer Pressemitteilung der renommierten Nürnberger
Kanzlei.
„Das zeigt, dass man auch in der Insolvenz gut planen kann “,
sagt Beck. Ihm hilft, dass die Konjunktur leicht anzieht und ein
englischer Mitbewerber von Ecka ebenfalls in die Insolvenz
gegangen ist, aber nicht in gleicher Weise weiterproduziert wie
das Fürther Unternehmen.
Großkunde ging pleite
Das hatte sich als Weltmarktführer in der hoch spezialisierten
Metallpulvertechnologie positioniert, galt über Jahre hinweg als
Vorzeigeunternehmen. Bis Ecka Mitte August Insolvenz anmelden
musste
(HZ berichtete)
. Als Grund nennt Beck die weltweite Finanz- und
Wirtschaftskrise — in deren Folge auch ein Großkunde, der
Bremsbeläge herstellte, in die Pleite rutschte — sowie eine
massive Abwertung der Vorräte an Buntmetallen.
Zu den Interessenten an Ecka gehören, berichtet Beck, sowohl
Firmen aus der Branche wie auch Finanzierungsunternehmen. Den
Verkauf soll die Roland Berger Strategy Consultants in München
organisieren. Die Einschaltung professioneller Vermittler sei
nicht unüblich, wenn es um große und weltweit tätige Unternehmen
wie Ecka geht.
Denn sie hätten den besseren Überblick über den Weltmarkt, sagt
der Insolvenzverwalter, könnten die Bonität der Interessenten
genauer einschätzen. Zudem werde das Verfahren „neutralisiert “
— soll heißen: Die Interessenten gehen nicht direkt an die
Banken heran oder versuchen, Mitglieder des Gläubigerausschusses
zu beeinflussen.
Ob Ecka Granulate als ganze Gruppe (Beck: „So wie sie jetzt
dasteht, ist die Präsenz allein ein Wert. “) verkauft wird oder
in Teilen, ist noch unklar. Mögliche Käufer könnten sich auch
für einzelne Firmenteile interessieren, wie beispielsweise für
Aluminiumpulver oder Eisen- und Nichteisenmetalle. „Wir müssen
uns da flexibel halten “, sagt Beck.
Produktion bleibt
Wie sich ein Verkauf auf die Arbeitsplätze — 200 in Deutschland
und rund 900 weltweit — auswirken wird, ist offen. Beck glaubt
allerdings, dass die Beschäftigten in Velden und Trautenfurt
gehalten werden können, „bis auf vielleicht einige, wo
Produktionsgruppen nicht rentabel sind. “ Die Folgen für die
Holding mit etwa 50 Mitarbeitern in Fürth könnten schlimmer
sein. Der Investor muss entscheiden, ob er Rechtsabteilung,
Steuer- und Finanzverwaltung benötigt und an diesem Standort
halten will.
In den kommenden Monaten sollen bereits vorliegende Sanierungs-
und Restrukturierungsprozesse umgesetzt werden. Siegfried Beck
geht davon aus, dass der Verkauf bis Mitte 2010 unter Dach und
Fach ist. Er wünscht, dass potenzielle Käufer aus der Industrie
das hohe technologische Know-how von Ecka nutzen können. VON
GABI PFEIFFER |
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