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Hoffnung für Ecka-Arbeiter (HZ 3.11.09)


Hoffnungsschimmer für Ecka Granulate: Das Insolvenzverfahren ist eröffnet, der Insolvenzverwalter zählt ein Dutzend ernsthafter Interessenten an dem weltweit tätigen Metallpulverhersteller und ist guten Mutes. Dazu hat Siegfried Beck anscheinend allen Grund: Die Produktion von Ecka konnte fortgeführt werden, der Massekredit blieb unangetastet und im kommenden Monat sollen Löhne und Gehälter aus dem laufenden Betrieb erwirtschaftet werden.

In den betroffenen Unternehmensteilen — Ecka Holding, Verwaltungs- und Buntmetall GmbH in Fürth, sowie BE Zinkgranulate und Ecka Granulate in Velden — seien bisher noch keine Entlassungen oder Freistellungen erforderlich gewesen, heißt es in einer Pressemitteilung der renommierten Nürnberger Kanzlei.

„Das zeigt, dass man auch in der Insolvenz gut planen kann “, sagt Beck. Ihm hilft, dass die Konjunktur leicht anzieht und ein englischer Mitbewerber von Ecka ebenfalls in die Insolvenz gegangen ist, aber nicht in gleicher Weise weiterproduziert wie das Fürther Unternehmen.

Großkunde ging pleite

Das hatte sich als Weltmarktführer in der hoch spezialisierten Metallpulvertechnologie positioniert, galt über Jahre hinweg als Vorzeigeunternehmen. Bis Ecka Mitte August Insolvenz anmelden musste
(HZ berichtete)
. Als Grund nennt Beck die weltweite Finanz- und Wirtschaftskrise — in deren Folge auch ein Großkunde, der Bremsbeläge herstellte, in die Pleite rutschte — sowie eine massive Abwertung der Vorräte an Buntmetallen.

Zu den Interessenten an Ecka gehören, berichtet Beck, sowohl Firmen aus der Branche wie auch Finanzierungsunternehmen. Den Verkauf soll die Roland Berger Strategy Consultants in München organisieren. Die Einschaltung professioneller Vermittler sei nicht unüblich, wenn es um große und weltweit tätige Unternehmen wie Ecka geht.

Denn sie hätten den besseren Überblick über den Weltmarkt, sagt der Insolvenzverwalter, könnten die Bonität der Interessenten genauer einschätzen. Zudem werde das Verfahren „neutralisiert “ — soll heißen: Die Interessenten gehen nicht direkt an die Banken heran oder versuchen, Mitglieder des Gläubigerausschusses zu beeinflussen.

Ob Ecka Granulate als ganze Gruppe (Beck: „So wie sie jetzt dasteht, ist die Präsenz allein ein Wert. “) verkauft wird oder in Teilen, ist noch unklar. Mögliche Käufer könnten sich auch für einzelne Firmenteile interessieren, wie beispielsweise für Aluminiumpulver oder Eisen- und Nichteisenmetalle. „Wir müssen uns da flexibel halten “, sagt Beck.

Produktion bleibt

Wie sich ein Verkauf auf die Arbeitsplätze — 200 in Deutschland und rund 900 weltweit — auswirken wird, ist offen. Beck glaubt allerdings, dass die Beschäftigten in Velden und Trautenfurt gehalten werden können, „bis auf vielleicht einige, wo Produktionsgruppen nicht rentabel sind. “ Die Folgen für die Holding mit etwa 50 Mitarbeitern in Fürth könnten schlimmer sein. Der Investor muss entscheiden, ob er Rechtsabteilung, Steuer- und Finanzverwaltung benötigt und an diesem Standort halten will.

In den kommenden Monaten sollen bereits vorliegende Sanierungs- und Restrukturierungsprozesse umgesetzt werden. Siegfried Beck geht davon aus, dass der Verkauf bis Mitte 2010 unter Dach und Fach ist. Er wünscht, dass potenzielle Käufer aus der Industrie das hohe technologische Know-how von Ecka nutzen können. VON GABI PFEIFFER