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Die Ideen sind formuliert. Jetzt geht es für die
Arbeitsgemeinschaft FrankenPfalz wirklich ans Eingemachte. Und
da wartet eine Menge Arbeit auf die acht Kommunen, die ihre
Randlage in der Oberpfalz, in Mittel- und Oberfranken inzwischen
als Chance begriffen haben, durch Zusammenarbeit etwas daraus zu
machen.
«Der Wille ist da und wir sind auf einem sehr guten Weg»,
formulierte es der Königsteiner Bürgermeister Hans Koch,
Sprecher der acht FrankenPfalz-Gemeinden bei einem gemeinsamen
Treffen der Bürgermeister, von Vertretern der drei
Bezirksregierungen, dem Amt für ländliche Entwicklung Oberpfalz
und Gudrun Donaubauer vom Regensburger Planungsbüro
Drexel-Donaubauer, die für die Arbeitsgemeinschaft ein
Integrierte ländliches Entwicklungskonzept (siehe Kasten links)
ausgearbeitet hat. Und das stand im Mittelpunkt einer rund
zweistündigen Diskussion im Königsteiner Rathaus.
Grundsätzliches Ziel der Bürgermeister von Auerbach,
Betzenstein, Hartenstein, Hirschbach, Königstein, Neuhaus, Plech
und Velden ist, Projekte gemeinsam umzusetzen, die die
vielfältigen Strukturen der FrankenPfalz noch weiter stärken.
Immer wieder war die Rede davon, dass vorhandene Potenziale, zum
Beispiel im Tourismus, auf einzigartige Weise vorhanden seien,
aber viel zu wenig oder gar nicht genutzt würden. Allerdings
kommt mit den aufgezeigten Handlungsfeldern jetzt auch die Phase
der Umsetzungen, bei der in den Rathäusern die Stadt- und
Gemeinderäte in den nächsten Monaten Farbe bekennen müssen. Denn
eines sagten die Regierungsvertreter ganz deutlich: Es gibt
keine neuen Fördertöpfe, wohl aber die Möglichkeit, mit guten
gemeinsamen Projekten an Gelder zu kommen.
Region mit Anspruch
So schlug Planerin Donaubauer vor, zum Beispiel eine
Tourismusregion mit Anspruch zu schaffen, keinen «Bauchladen
unter dem Motto wir haben für jeden etwas.» Oder die Kommunen
müssten ein gemeinsames Konzept ausarbeiten, wie innerörtlichen
Leerständen von Gebäuden zu begegnen ist. Zugegeben keine
leichte Aufgabe, gab die Planerin schon bei der Formulierung zu.
Oder die Bildungsinfrastruktur. Sie hat mit der Schaffung von
aktuellen Dialogforen im Hauptschulbereich plötzlich eine hohe
Brisanz erfahren. Auch wird sich zeigen, wie weit die
FrankenPfalz hierbei zusammenstehen wird.
Diplomgeograf Axel Koch von der Landesentwicklung der Regierung
der Oberpfalz attestierte Donaubauer gute Konzeptarbeit und eine
sehr realistische Betrachtung. Er wie auch sein oberfränkischer
Kollege Martin Füßl räumten ein, ein derartiges Konzept über
drei Landkreise und drei Regierungsbezirke hinweg noch nicht auf
dem Tisch gehabt zu haben. Sie räumten der FrankenPfalz durchaus
gute Chancen ein. Koch riet den Bürgermeistern, sich auf zwei
bis drei Handlungsfelder zu konzentrieren, um sich nicht zu
verzetteln. «Beschränken sie sich auf das, wo sie am meisten
herausholen können», sagte der Regierungsdirektor aus
Regensburg. «Und stimmen sie sich mit den Regionalmanagern der
Lokalen Arbeitsgemeinschaften (LAGs) ab, das sich Paten für je
ein Handlungsfeld bekommen.»
Oberregierungsrat Füßl aus Bayreuth stimmte dem nur zu und riet
außerdem, das Angebot der Metropolregion mit in die
Arbeitsfelder einzubeziehen. Und die Geologie biete in der
FrankenPfalz neben dem Klettern durchaus Reize, mit denen zum
Beispiel Gruppen wie Fossiliensammler angesprochen werden
könnten. Erzweg, Bergbautradition und Höhlen waren für Füßl
Themen, die ausgebaut werden sollten. Für den Bayreuther
Oberregierungsrat hat die FrankenPfalz durchaus Chancen, wenn
auch darin nicht unbedingt ein wirtschaftliches Allheilmittel zu
sehen ist.
Doris Fröhlich, wissenschaftliche Beschäftigte bei der
Regionalplanung der Regierung von Mittelfranken, riet auf dem
touristischem Gebiet dazu, durchaus lokale Pakete zu schnüren,
die Vermarktung aber den Profis wie Fremdenverkehrsverbänden zu
überlassen. Auerbachs Bürgermeister Joachim Neuß sieht große
Perspektiven in der Arbeitsgemeinschaft, vor allem im Bereich
des Klettersports. «Unsere Region wird von außen hoch geschätzt,
was im Binnenraum noch wenig wahrgenommen wird. Unsere
Zielgruppe befindet sich bereits in der Region, nur wird haben
kein Angebot dafür.» Sein großer Wunsch ist es, dass das
Bewusstsein der «Knautschzone» abgelegt und das
Selbstbewusstsein in der FrankenPfalz gesteigert wird. Und eine
Vergrößerung, um als Förderregion eingestuft zu werden.
Gemeinsam mehr holen
Betzensteins Bürgermeister Claus Meyer hinterfragte, an welche
Fördertöpfe die FrankenPfalz denn rankomme. Dies seien doch auch
keine anderen, als sie auch den Kommunen zugänglich seien. Meyer
schlug vor, auch den Naturpark mit einzubeziehen. Planerin
Donaubauer versicherte, dass auf dieser Ebene bereits Gespräche
stattgefunden haben. Die Regierungsvertreter brachten die Frage
der Finanzen auf den Punkt: Es gibt keine eigenen Fördertöpfe
für gemeinsame Projekte, wohl aber könne gemeinsam mehr
herausgeholt werden.
Josef Springer, Bürgermeister von Neuhaus, riet den Kollegen
dazu, sich in den nächsten Wochen und Monaten auf bestimmte
Punkte zu konzentrieren und zu hinterfragen: «Was können wir uns
leisten.» Außerdem schlug er die Einbeziehung der nahen
Oberzentren vor. Neuß aus Auerbach warnte davor, eine reines
Fördermittel-Denken zu entwickeln. «Wir müssen ein Zielszenario
entwickeln und auch verfolgen. Und wenn wir an ein Ziel glauben,
dann können wir uns auch die Finanzierung leisten.»
Der oberpfälzer Regierungsvertreter würdigte das Engagement der
FrankenPfalz durchaus. «Sie betreten Neuland und sind auch schon
ziemlich weit gekommen. Aber geldlich wird sich das erst einmal
nicht auswirken.» Dem Plecher Gemeindevertreter war die
Diskussion zu sehr auf den Tourismus abgestellt. «Wir haben auch
andere Themen. Wie können wir Leerstände von Gebäuden
vermeiden?» Tourismus sei wichtig aber nicht allein dazu
geeignet, den Raum lebenswert zu erhalten.
Königsteins Bürgermeister Hans Koch stellte klar: «Das
Handlungsfeld Tourismus können wir wohl am schnellsten umsetzen.
Das heißt aber nicht, dass wir andere Themen weglassen wollen.»
Die Schulen zum Beispiel seien sehr aktuell. VON MICHAEL GRÜNER |
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