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Eine Chance für Ecka in Velden (HZ 26.8.09)


Jetzt macht auch der Insolvenzverwalter der Ecka Granulate in Velden den Beschäftigten Mut: Die Produktion geht ohne Stopp weiter, die Banken geben Geld, Ecka habe „gesunde Kerne “. Ins Insolvenzverfahren kommen auch die Ecka-Betriebe in Österreich.

Der Nürnberger Anwalt Dr. Siegfried Beck führt jetzt weltweit das Hauptinsolvenzverfahren der Ecka-Holding mit insgesamt 800 Beschäftigten. Wenige Tage nach der Holding mit Verwaltungssitz in Fürth und deren Tochtergesellschaft in Velden, musste auch die in Österreich angesiedelte Tochtergesellschaft non ferrum Metallpulver GesmbH & Co. KG bei Salzburg Insolvenz beantragen. Das Hauptverfahren findet nach europäischem Recht dort statt, wo das Unternehmen den Mittelpunkt seiner hauptsächlichen Interessen hat. Das Amtsgericht Fürth sieht wie das Unternehmen auch Fürth als den Mittelpunkt der Firmengruppe.

Die Verwaltung in Fürth hat etwa 50 Beschäftigte, das neue Werk in Velden 90, ein weiteres Werk in Trautenfurt bei Spalt 35. In Österreich sind 130 Mitarbeiter der weltweit über 800 Beschäftigten der Firmengruppe Ecka von der Insolvenz betroffen. Die Firmengruppe setzte im vergangenen Jahr über 900 Mio. Euro um.

Ziel des gesamten Insolvenzverfahrens, so Anwalt Beck, ist die Fortführung der Produktion. In Deutschland und Österreich geht die Arbeit mit Metallpulver für unterschiedliche Anwendergruppen ohne Unterbrechung weiter. Nach einem Gespräch mit den involvierten deutschen und österreichischen Banken ist sichergestellt, dass u. a. durch einen Massekredit die Produktion weiterlaufen kann. Nach einem Einbruch zu Jahresbeginn zieht die Auftragslage jetzt wieder an, bestätigt Beck Aussagen, die der technische Werksleiter in Velden Hans-Klaus Neubing letzte Woche gegenüber der
Hersbrucker Zeitung
machte.

Auslöser für den Insolvenzantrag war u. a. die Automobilkrise, die bei Ecka zu Auftragsrückgängen von teils über 50 Prozent führte. Aufgrund der gesunkenen Metallpreise für Aluminium, Kupfer und Magnesium mussten außerdem die Materialbestände in den Bilanzen abgewertet werden. Als dritter externer Faktor schlug die Insolvenz eines Großkunden zu Buche.

Gemeinsam mit dem Geschäftsführer Gert Rohrseitz will Beck in den nächsten Monaten die bereits vorliegenden Sanierungspläne überprüfen und dann gezielt umsetzen. Dazu Beck: „Ich gehe heute davon aus, dass wir die gesunden Kerne freilegen und erhalten können. “ Wie geplant beteiligt sich Ecka an der für die Branche wichtigen Fachmesse Schweißen & Schneiden in Essen.