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Fünf Monate nach Start des Fahrplans mit den neuen, aber
überfüllten Dieseltriebwagen zwischen Neuhaus und Nürnberg
reagiert die Bahn und holt im Schüler- und Pendlerverkehr ihre
alten Waggons mit mehr Sitzplätzen vom Abstellgleis. Zuvor hatte
es auf den Protest der Pendler immer geheißen, die alten Züge
seien schon verkauft. Tatsächlich standen sie ungenutzt in Roth.
Der heimische Landtagsabgeordnete Dr. Thomas Beyer erhielt
gestern eine entsprechende Ankündigung der Bahn. Und auch das
bayerische Verkehrsministerium lobt sich in einer
Pressemitteilung dafür, die Mittelfrankenbahn jetzt aufzurüsten.
Wie auf der Linie rechts der Pegnitz werden auch die Pendler-
und Schülerzüge nach Cadolzburg und Markt Erlbach zum Teil
wieder mit den alten Garnituren angeboten. Allerdings fahren
diese alten Züge (Baureihe 614) etwas langsamer, Fahrgäste
können also schon mal leichte Verspätungen einkalkulieren. Erst
ab Dezember sollen dann zusätzliche neue Dieselzüge (Baureihe
648) zum Einsatz kommen. Vorsorglich schreibt die DB Regio schon
mal an Beyer: „Natürlich wird es in der Hauptverkehrszeit auch
mit dem neuen Konzept nicht gelingen, allen Reisenden einen
Sitzplatz anbieten zu können. “
Wie mehrfach berichtet, stuften schon bei den Probefahrten der
neuen Dieselzüge im September viele Pendler aus dem Raum Neuhaus
die Kapazitäten als viel zu gering ein. Die Bahn hatte damals
mit anders lautenden Fahrgastzählungen dagegen gehalten. In der
Presseerklärung von Verkehrsminister Martin Zeil wird nun
immerhin die Beobachtung der leidtragenden Fahrgäste
eingestanden: „Mit der zusätzlichen Bereitstellung haben wir
schnell auf die Kapazitätsprobleme reagiert... Seit dem Start
des neuen Angebots der Mittelfrankenbahn im Dezember 2008 waren
einzelne Schüler- und Pendlerzüge überfüllt. Insbesondere zu den
Stoßzeiten morgens und am frühen Abend, aber auch mittags in
einzelnen Zügen im Schülerverkehr gab es Kapazitätsengpässe. “
Beyer bilanziert, dass sich der Einsatz für ausreichend
Sitzplätze doch noch gelohnt habe, wenn auch die Reaktionszeit
von Bahn und Freistaat lang war. Der Abgeordnete befasst sich
schon mit dem nächsten Thema, dem Ausbau der S-Bahn nach
Hartmannshof. Da wird es — dank Konjunkturprogramm der
Bundesregierung — an vielen Stationen digitale Infotafeln geben.
Aufzüge in Röthenbach und Nürnberg-Ost sind aber weiterhin nicht
drin. |
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