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Bahn holt die alten Züge (HZ 28.4.09)


Fünf Monate nach Start des Fahrplans mit den neuen, aber überfüllten Dieseltriebwagen zwischen Neuhaus und Nürnberg reagiert die Bahn und holt im Schüler- und Pendlerverkehr ihre alten Waggons mit mehr Sitzplätzen vom Abstellgleis. Zuvor hatte es auf den Protest der Pendler immer geheißen, die alten Züge seien schon verkauft. Tatsächlich standen sie ungenutzt in Roth.

Der heimische Landtagsabgeordnete Dr. Thomas Beyer erhielt gestern eine entsprechende Ankündigung der Bahn. Und auch das bayerische Verkehrsministerium lobt sich in einer Pressemitteilung dafür, die Mittelfrankenbahn jetzt aufzurüsten. Wie auf der Linie rechts der Pegnitz werden auch die Pendler- und Schülerzüge nach Cadolzburg und Markt Erlbach zum Teil wieder mit den alten Garnituren angeboten. Allerdings fahren diese alten Züge (Baureihe 614) etwas langsamer, Fahrgäste können also schon mal leichte Verspätungen einkalkulieren. Erst ab Dezember sollen dann zusätzliche neue Dieselzüge (Baureihe 648) zum Einsatz kommen. Vorsorglich schreibt die DB Regio schon mal an Beyer: „Natürlich wird es in der Hauptverkehrszeit auch mit dem neuen Konzept nicht gelingen, allen Reisenden einen Sitzplatz anbieten zu können. “

Wie mehrfach berichtet, stuften schon bei den Probefahrten der neuen Dieselzüge im September viele Pendler aus dem Raum Neuhaus die Kapazitäten als viel zu gering ein. Die Bahn hatte damals mit anders lautenden Fahrgastzählungen dagegen gehalten. In der Presseerklärung von Verkehrsminister Martin Zeil wird nun immerhin die Beobachtung der leidtragenden Fahrgäste eingestanden: „Mit der zusätzlichen Bereitstellung haben wir schnell auf die Kapazitätsprobleme reagiert... Seit dem Start des neuen Angebots der Mittelfrankenbahn im Dezember 2008 waren einzelne Schüler- und Pendlerzüge überfüllt. Insbesondere zu den Stoßzeiten morgens und am frühen Abend, aber auch mittags in einzelnen Zügen im Schülerverkehr gab es Kapazitätsengpässe. “

Beyer bilanziert, dass sich der Einsatz für ausreichend Sitzplätze doch noch gelohnt habe, wenn auch die Reaktionszeit von Bahn und Freistaat lang war. Der Abgeordnete befasst sich schon mit dem nächsten Thema, dem Ausbau der S-Bahn nach Hartmannshof. Da wird es — dank Konjunkturprogramm der Bundesregierung — an vielen Stationen digitale Infotafeln geben. Aufzüge in Röthenbach und Nürnberg-Ost sind aber weiterhin nicht drin.