Aktuell
Vorstandschaft
Stadtratsfraktion
Termine/Veranstaltungen
Veldener Treff
Aus der Region
Bundestagsfraktion
Kommunalwahl 2008
Presseschau
Impressum
E-mail

Velden akzeptiert den Schutz des Ankatals (HZ 20.2.09)


Die Stadt Velden wird gegen die zum 1. November 2008 in Kraft getretene Verordnung zur Ausweisung des geschützten Landschaftsbestandteils „Ankatal“ keine Normenkontrollklage einreichen. Bürgermeister Herbert Seitz und Karl-Heinz Pühl von der Unteren Naturschutzbehörde erläuterten in der Februar-Sitzung nochmals ausführlich die strittigen, in ihren Augen aber mittlerweile geklärten Punkte. Mit fünf Gegenstimmen hatte sich die CSU/FB-Fraktion allerdings für eine Klage ausgesprochen.

Seitz erinnerte in seinem Sachvortrag zunächst daran, dass der Stadtrat in der Sitzung vom vergangenen November die Inhalte der Verordnung behandelt und eine Normenkontrollklage in Erwägung gezogen habe. Die vorgesehenen Auflagen für die auf dem Veldener bzw. Hartensteiner Gemeindegebiet gelegenen Flurgrundstücke (zwischen Rupprechtstegen und Raitenberg) würden, so die damalige Ansicht, eine „faktische Enteignung“ der Land- und Forstwirte darstellen. Allerdings wollte man nochmals ein Gespräch mit allen Beteiligten herbeiführen.

 Bei dieser Aussprache am 12. Januar im Landratsamt, bei dem auch Forstamtmann Helmut Lay und Forstoberrat Peter Hofmann als Vertreter des Forstes anwesend waren, wurden die von der Stadt erhobenen Einwendungen ausführlich erläutert. In allen Punkten, so Bürgermeister Seitz, seien Lösungen gefunden worden, die letztlich auch bei gemeinsamen Gesprächen und bei Ortsterminen von den Waldbesitzern akzeptiert worden sind. Die Einwendungen hatten sich vor allem gegen einige in der Verordnung festgelegten Verbote gerichtet, für die jedoch Ausnahmen gelten, so Karl-Heinz Pühl in seinen Erläuterungen, um eine sinnvolle Waldbewirtschaftung zu ermöglichen.

So sind zum Beispiel Einzäunungen bei Aufforstungen genehmigungsfrei, „privilegierte Landwirte“ können in Abstimmung mit dem Amt im Außenbereich auch bauliche Anlagen, etwa Holzschuppen, errichten. Wirtschafts- und Feldwege können – ebenfalls im Einvernehmen mit der Unteren Naturschutzbehörde – ausgebaut oder instand gesetzt werden. In Zusammenarbeit mit den Waldbesitzern hatte Förster Lay dazu ein Wegekonzept ausgearbeitet, das von nahezu allen Grundstückseignern für gut befunden wird. Danach soll eine Befahrung des Gebietes nur mit Schleppern (geschotterte Holzrückewege) zur Holzbewirtschaftung möglich sein, nicht jedoch mit Pkw.

Von dem Verbot (aus der Mustersatzung übernommen), Solitärbäume bzw. –sträucher außerhalb des Waldes zu entfernen, ist die Stadt mit ihren Grundstücken nicht betroffen. Einschränkungen gibt es zudem noch beim Einsatz chemischer und mechanischer Maßnahmen, die zur Zerstörung von tierischen oder pflanzlichen Lebensbereichen führen würden. Aber auch hier kann in Absprache mit dem Forstamt zum Beispiel gelagertes „Käferholz“ gespritzt werden. Fichte wird bei Wiederaufforstung nur noch mit einem Anteil von 30 Prozent genehmigt.

Nachdem vor allem mit den Betroffenen in mehreren Gesprächen vieles geklärt und Bedenken ausgeräumt werden konnten, empfahl Bürgermeister Seitz, keine Normenkontrollklage gegen die Verordnung einzureichen. Stadtrat Kurt Dauth sah jedoch in den Verboten bzw. in dem gesamten Regelwerk einen erheblichen Eingriff in das Privateigentum, Stadtrat Fritz Taubmann monierte zudem den unnötigen bürokratischen Aufwand. Die Nutzung des Waldes, so beide, sei enorm eingeschränkt. Auch bei einem etwaigen Verkauf würde man, sobald die Verordnung greife, kaum noch Interessenten an diesen Forstgrundstücken finden.

Kurt Dauth beantragte deshalb, über die Einreichung einer Normenkontrollklage abzustimmen. Für diesen Antrag sprachen sich die fünf Mitglieder der CSU/FB-Fraktion aus, dagegen die sechs SPD/FWV-Stadträtinnen und –räte sowie der Bürgermeister.Auf eigenen Wunsch scheidet 2. Bürgermeisterin Sabine Hörl aus dem Rechnungsprüfungsausschuss aus. Ihre Arbeit in diesem Gremium sei zwar legal, da sie jedoch als Vertreterin z.B. Rechnungen abzeichne und Auszahlungsanordnungen unterschreibe, wolle sie jeden Konflikt vermeiden. Ihr Nachfolger im Ausschuss wird Leonhard Singer. Sollten Gelder für kommunale Investitionen aus dem Konjunkturpaket II der Stadt bewilligt werden, will man diese für die energetische Sanierung des Schulgebäudes einsetzen. Näheres wird in einer der nächsten Sitzungen besprochen, sobald exakte Zahlen vorliegen.

Für die Anschaffung weiterer Defibrillatoren wird der ASB von sich aus nicht aktiv Firmen bezüglich Sponsoring ansprechen. Allerdings werde man Aktionen unterstützen. Stadtrat Karl-Heinz Aschenbrenner erklärte sich bereit, mit einem entsprechenden Schreiben die Sponsorensuche zu unterstützen. Mit einer sehr erfreulichen Nachricht endete die öffentliche Sitzung: Der Veldener Bürger Walter Ziegler hat dem städtischen Kindergarten persönlich eine Spende von 3500 Euro zukommen lassen.