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Zig Projekte hat die „Gesundheitsregion Hersbrucker Land “ in
den letzten Jahren dank EU-Hilfe umgesetzt, von den beliebten
Kneipp-Becken bis zum Pegnitz-Spielplatz. Jetzt entwickelt der
Fremdenverkehrsverein Hersbrucker Land ein neues Gesamtkonzept
für die Naherholung in der „Hersbrucker Schweiz “.
„Alles Fachleute, alles ehrenamtlich “, lobte Reichenschwands
Bürgermeister Bruno Schmidt seine Mitstreiter im
Tourismusverein, die das Thema in der Runde der „Kommunalen
Allianz “ (Bürgermeister und Vereinsvertreter des Hersbrucker
Landes) vorstellten. Denn die Hersbrucker Tourist-Info-Leiterin
Petra Hofmann, Thermen-Vize-Geschäftsführerin Jacqueline Plan
und der Hubmersberger Lindenhotel-Geschäftsführer Thomas Kirmayr
haben alle Tourismus studiert und bringen von daher nicht nur
ihre praktischen Erfahrungen ein. Entsprechend groß war das Lob
der Versammlung, die sich mit den grundlegenden Ideen des
Konzepts noch weiter befassen wird. Kirchensittenbachs
Bürgermeister Peter Stief gefiel vor allem die Rückkehr zum
Begriff „Hersbrucker Schweiz “.
Aber auch in den grundsätzlichen Überlegungen greifen die
Autoren letztlich auf die Ideen ihrer beruflichen Vorfahren
zurück — weil diese in der Metropolregion wieder neue Brisanz
erhalten. Zu Zeiten der Industrialisierung wurde die Hersbrucker
Schweiz Ende des 19. Jahrhunderts ein beliebtes
Naherholungsgebiet für die Metropole Nürnberg. In der zweiten
Hälfte des letzten Jahrhunderts und spätestens mit dem Fall der
Mauer änderte sich das Freizeitverhalten der Franken und
Deutschen dramatisch. Bis heute unterliegt der Reisemarkt
raschen Wechseln. Dies könnte sich diesmal zugunsten der
Hersbrucker Schweiz auswirken:
• In der beginnenden Rezession sparen die Deutschen am Zweit-
oder Dritt-Urlaub — und legen diesen eher wieder in die nähere
Umgebung.
• Die Metropolregion Nürnberg entwickelt sich auch über ein
gemeinsames Selbstbewusstsein. Das heißt: Die Region entdeckt
sich selbst, die Städter das Umland, die Westmittelfranken das
östliche Mittelfranken usw.
• Die Hersbrucker Schweiz hat einmalige Angebote dank ihrer
Landschaft, Einsamkeit, ihrer sportlichen Möglichkeiten.
• Sanfter Tourismus liegt absolut im Trend, gesundes regionales
Essen ebenso.
So weit, so gut, meinen Hofmann, Jahn und Kirmayr. Die
Schwachpunkte des Tourismus im Hersbrucker Land: Der Region
fehlt ein klares Profil. Die Struktur der Hotels, Pensionen und
Ferienwohnungen ist nicht ausgewogen, kann sich aber bei
wachsender Nachfrage entwickeln. Ein größeres Angebot ist auch
in den Bereichen Wellness, Fitness, Gesundheit, Natur und
Familie nötig, um im Wettbewerb bestehen zu können.
Mit gesundem Hersbrucker Selbstbewusstsein beschreiben die
Experten die nahen Konkurrenten im Freizeitmarkt: Die Fränkische
Schweiz hat eine ähnliche Natur, doch das Angebot konzentriere
sich „auf wenige Highlights “, auf Familien, Wanderer und
Tagesreisende. Das Fränkische Seenland habe mit Radl- und
Badetourismus eine klare Zielgruppe, aber zu wenige Quartiere in
direkter Seenähe. Der Westen von Nürnberg habe kaum touristische
Bedeutung, ansonsten nur einige Burgen und Schlösser. Die
Oberpfalz sei für den Städter im Großraum Nürnberg zu weit weg
und schlecht erschlossen.
In Abgrenzung zu diesen Nachbarn müsse die Hersbrucker Schweiz
nun ihr eigenes Profil schärfen und vermarkten. Ursprüngliche
Natur, Wellness und Fitness sollten im Mittelpunkt stehen.
Angebote hierzu sollten, z. B. mit Prospekten für einzelne
Zielgruppen, konkret erfasst werden. Dabei werde man aber — etwa
bei der Planung einer Tages-Familientour von Nürnberg zum
Kanufahren ins Pegnitztal — auch noch auf Lücken im Angebot
stoßen, die es dann zu schließen gelte. Angela Henke (Caritas)
empfahl hier auch kostenlose Angebote für ärmere Familien zu
erfassen. Heimatpfleger Robert Giersch will die Objekte der
„2000-jährigen Kulturlandschaft “ berücksichtigt sehen. Werner
Wolter (Hartenstein) regte ein einheitliches Wanderwegesystem
an. Und Bruno Schmidt bilanzierte, dass man für all das „auch
was investieren muss. “ |